2080 – vor uns die Sinnflut

Healthcare und KI

Dr. Anita Puppe über KI in der Medizin, Demenz-Früherkennung und den Weg vom Krankheitssystem zum Gesundheitssystem.

Veröffentlicht
Länge
53 Minuten
Zu Gast
Dr. Anita Puppe
„Ich bin halt diejenige, die sagt: Welche Krankheit will ich aus dieser Welt schaffen?“
— Dr. Anita Puppe

Worum es geht

Dr. Anita Puppe, Medizinerin und Mehrfachgründerin, spricht darüber, wie KI helfen kann, Krankheiten früher zu erkennen und Medizin persönlicher und verständlicher zu machen. Sie erklärt, wie ihr Team bei BrainTrip EEG-Daten für die Demenz-Früherkennung auswertet und warum ein Ergebnis allein nicht genügt: Menschen müssen verstehen, was es bedeutet, und dabei aufgefangen werden.

Es geht um den Weg vom Krankheitssystem zum Gesundheitssystem, um klinische Studien und die Begleitung chronisch Erkrankter. Anita beschreibt, wie Massive Bio Patientendaten mit passenden Studien abgleicht und mama health Betroffene mit Menschen verbindet, die Ähnliches erleben. Ärztinnen und Ärzte sollten ihrer Ansicht nach stärker zu Coaches werden. Zusammenarbeit prägt auch ihre eigene Arbeit: Ihr BrainTrip-Team entwickelt Software und arbeitet für die Hardware mit einem anderen Unternehmen zusammen. Zur Sprache kommen auch ihre Eindrücke aus Abu Dhabi und die Möglichkeiten der Nanorobotik. Aus Bhutan bringt sie Gedanken über Mitgefühl mit.

Das Gespräch wurde Ende Oktober 2025 aufgezeichnet. Genannte Projekte, technische Einschätzungen und zeitbezogene Aussagen beziehen sich auf den damaligen Stand.

Kapitel

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00:00Los geht’s

Anita

Wir müssen die Patienten auch auffangen, weil wenn man dann sagt, in 10 Jahren hast du Demenz und du bist irgendwie so 40, du denkst ja von, ich bin ja viel zu jung, das ist ein sehr emotionales Thema. Also wir aus der Medizinwelt, wir müssen wegkommen von dem Gedanken, dass wir irgendwie weißen Kittel und wir wissen alles, wir müssen Coaches werden. Und da werde ich auch wieder ganz viele Ärzte auf die Wüse treten, es tut mir leid, Deutschland hat ja echt Kranke in Haus.

00:352080 Intro

Anita

Das ist ja schon das Ganze, die ganze Idee geht ja schon um, Du bist krank und wir helfen dir mit dem weißen Kittel. Willkommen bei 2080. Vor uns die Sinnflut.

00:54Folgenvorstellung

Nova

In dieser Folge geht es um KI im Gesundheitswesen. Und darüber, wie wir endlich vom Krankheitssystem zum Gesundheitssystem kommen. Hierüber sprechen wir mit Dr. Anita Puppe, Medizinerin, KI-Expertin und Mehrfachgründerin.

Über Demenzfrüherkennung, Nanoroboter in Abu Dhabi, Patient Empowerment und warum Kollaboration das einzige ist, das Europa noch retten kann. Euch viel Spaß bei der Folge.

01:27Gastvorstellung: Dr. Anita Puppe

Jens

Heute unterhalten wir uns über das spannende Thema KI im Healthcare-Bereich und haben einen tollen Gast hier, Dr. Anita Puppe. Und dazu gibt es auch eine kleine Vorgeschichte, weil du ja eine Freundin des Podcasts bist und uns schon deine tolle Stimme gegeben hast. Und genau in dem Kontext haben wir natürlich auch mehr über dich rausgefunden.

und du sitzt hier als Medizinerin, KI-Expertin und wir freuen uns total mit dir über das Thema KI im Healthcare-Bereich zu sprechen. Und für die wenigen Zuhörer und Zuhörenden, die dich noch nicht kennen, ganz kurz nur ein paar Punkte zu dir. Du bist in West Vancouver geboren, hast Familienhintergrund in Berlin, bist total international, hast in zwölf Ländern gelebt und gearbeitet.

Und das vor allem in der Schnittstelle zwischen Medizin und Technologie. Und auch wenn du neben KI und Gen AI, Quantum, Computing etc. nach vorne treibst oder in deinem Portfolio hast, konzentrieren wir uns heute auf KI. Du hast Medizin studiert, warst sowohl in großen Konzernen als auch Startups unterwegs, bist mehrfach Gründerin und hast Startups, die sich zum Beispiel um KI und Demenz kümmern, wo wir bestimmt drauf eingehen, weil du im Vorgespräch auch schon mal erwähnt hattest, dass Demenz so einer der großen Gesundheitsknacker ist.

Dementsprechend freuen wir uns sehr auf die nächste wahrscheinlich Stunde mit dir.

Anita

Hoffentlich. Sonst verquatschen wir uns wieder.

Jens

Haben wir was vergessen in der Vorstellung? Eher was haben wir vergessen?

Anita

Nee, das ist sehr, sehr, sehr schön. Ich muss schon sagen, das hört sich natürlich immer ganz fancy an, mehrfache Startup-Gründerin. Das mache ich natürlich immer mit einem richtig gutes Team.

Und großartige Ärzte, die auch immer Pain-Points auf den Tisch legen, weil da gehen wir immer von aus, von was schmerzt richtig in der Klinik? Ach, da ist ein Use Case, wir müssen da was aufbauen. Das sind manchmal so richtige Mini-Lösungen, die wir natürlich anbieten, die nicht so krass skalierbar sind oder solche Unicorns oder sowas werden, aber halt echt im Alltag helfen im medizinischen System.

04:03Bhutan: Abstand zur schnellen KI-Welt

Jens

Anita, im Vorgespräch hast du erwähnt, dass du frisch aus Bhutan kommst. willst du uns dazu ein bisschen was erzählen?

Anita

Ja, komischerweise kein Jetlag sofort wieder weitergemacht, wo ich gelandet bin ja, Bhutan kann ich gar nicht so richtig in Worte fassen das muss man halt mal fühlen das muss man erleben, was halt sehr ein schönes Learning war ist, es ist ja das Land für Happiness oder Gross Domestic Product ist Happiness, jeder hat Recht auf glücklich sein und wenn man dann da ist, lernt man tatsächlich, Happiness ist transactional. So, man erwartet dann irgendwie doch was zurück und wir haben viel mehr gelernt, dass man Compassion haben soll und dann sind wir in Compassion Leadership reingegangen. Es waren auch viele Tech-Leaders da, auch Leute sehr hoch, Vice Presidents von Riesenkonzernen so wie General Motors oder auch von Google waren Leute dabei Und es ist halt ein spannendes Netzwerk von Kreativen und Tech-Leuten, die zusammenkommen, morgens schon um 6 Uhr anfangen mit irgendwie 60 Monks zu meditieren in einem Monastery.

Ich glaube, ich habe das erste Mal in meinem Leben verstanden, was Meditation ist, weil ich glaube, Berlin ist so laut, dass man gar nicht so richtig in diesen Space kommen kann. Und meine Erfahrung war da eher, Timelessness anzunehmen, weil ich bin doch irgendwie in einem Arbeitsumfeld, wo alles extrem schnell geht und du bist mal eine Woche offline und es sind schon wieder irgendwie 16 neue KI-Modelle im Markt. Das ist natürlich kein Wunder, dass Leute Burnout bekommen, weil es ist so schnelllebig und ich arbeite jeden Tag mit KI die letzten 14 Jahre und auch ich denke so, krasses Pensum, wo drin wir leben.

Und so ein Bhutan-Trip, da holte ich mal kurz raus, man hat genug Zeit und das lernt man und verkörpert man auch echt da. War super spannend. Ich würde echt sagen, jeder Mensch muss einmal in ihrem Leben nach Bhutan gehen.

Das hat mein Leben auf jeden Fall verbessert.

Jens

Du hast die schönste Werbung dafür gemacht. Eine Frage fällt mir gerade ein. Warst du die einzige Frau? Im Bhutan meine ich.

Anita

Achso, in Bhutan, nee, es war ungefähr 50-50. Weil ich beobachte halt eher, dass in Deutschland viele Männer in meiner Szene unterwegs sind, aber im Ausland nicht. Da sind schon viele Frauen im Tech-Bereich. Man hat ja auch Quantum für Girls, das Riesennetzwerk, sind auch alles nur Frauen von der ganzen Welt, die da irgendwie diese Technologien vorantreiben. Es ist einfach nur in Deutschland, glaube ich, sehr Männer dominiert.

Jens

Kommen wir vielleicht nachher nochmal zu, ne? Ja. Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

A day in the life of Anita Puppe. Wie kann man sich das? Doktor Anita.

Doktor. Wie kann ich mir das vorstellen?

Anita

Normalerweise stehe ich um fünf auf. Ich stehe eigentlich auf, mache erst immer meine Startups, da konzentriere ich mich drauf. Und dann natürlich eigentlich mein eigenes Wellbeing und dann Corporate Leben.

Jetzt bin ich ja gerade im Karriereumbruch, was ja schön ist. Drei Jahre IBM war super, super, super unglaublich. Wurde eine wunderschöne Firma, coole Projekte.

Aber dann dachte ich schon, jetzt wird es immer wieder Zeit weiter zu reisen. Ich glaube für die junge Generation drei Jahre ist das schon wie so ein Oldtimer. Genau, so, was mache ich sonst?

Ganz viel. Ich habe ja früher aufgelegt und musikalisch und ich habe fast nur Kunstfreunde. Also ich probiere mich eigentlich immer mit Kunst und kreativen Menschen zu umgeben, weil wir auch mehr Kreativität in Tech brauchen.

Und wenn du zu viel im Tech-Drene-Bereich-Bereich-Ichmerke, dann wird meine Persönlichkeit so flach. Das ist schon gut, wenn man sehr viele kreative Menschen hat. Dafür ist Berlin ja auch perfekt.

Viele Events mittlerweile in Berlin, die Tech und Kultur kombinieren, sehr schön. Das Lost Art Festival, was wir ja jetzt hatten, oder das Technoballett, wo man doch irgendwie sehr technische Installationen hat, auch mit KI basiert. Das ist echt cool. Also ich probiere mich jeden Tag irgendwie voll zu machen.

08:18Von der Medizin zur Start-up-Gründung

Jens

Du hast jetzt relativ häufig den Begriff Startups erwähnt. Du bist Mehrfachgründerin. Willst du uns mal ein bisschen was über deine Startups erzählen? Was ist so deine Startup History und wo stehst du jetzt? Welche Themen?

Anita

Ja, ich bin vor, warte mal, ich glaube zehn Jahren hat die Reise angefangen mit NLP. Das war dann so die erste Telemedizin-Geschichte, die wir gemacht haben. Da habe ich noch in Spanien gewohnt und da habe ich mich halt sofort verliebt in diese KI-Welt, weil unser Chatbot in der Zeit ist sarkastisch geworden zu den Patienten.

und auch echt richtig blöd, das war eine Patientin, die irgendwie geschrieben hat, ich bin irgendwie das sechste Mal schwanger und jetzt drückt es so sehr und sie fühlt ihr Fuß nicht mehr oder irgendwie sowas, wahrscheinlich irgendwie eine Nerve eingeklemmt, weil das Baby dann irgendwie, oder so Sciatica oder irgendwas da im Hüftbereich ausgelöst und der Chatbot hat einfach knüppelhart zu ihr gesagt, hast du mal von einem Kondom gehört? Und dann dachte ich, geil, der AI ist einfach Mensch geworden, weil viele von uns denken das natürlich. Das kannst du ja nicht aussprechen.

Und dann dachte ich, jetzt habe ich mich verliebt. Wie kann es sein, dass Technologie so menschlich werden kann? Und habe mich dann einfach nur noch in die Startup-Szene reingeschmissen, würde ich fast sagen, wie so ein Tornado durchgerast.

Vom Barcelona nach Berlin, nach Tel Aviv, nach der Schweiz. Und wurde dann eigentlich immer mehr so eine Startup-Begleiterin. Wir müssen ganz ehrlich sein, Ärzte sind keine gute Unternehmer.

Aber wir sehen halt genau den Schmerzpunkt, den auch dann vielleicht Unternehmer, die nicht so richtig verstehen, wie ein Krankenhaus echt sich anfühlt jeden Tag. Wir brauchen halt diese Mischung zwischen diese echten Leute, die hands-on sind in den Kliniken und so war ich dann immer ein bisschen die Brücke. Und so hat es dann angefangen, dass ich so einen Freelancer, Startups begleite, Market Access nach anderen Ländern mache.

Und dann natürlich hatte ich immer sehr viele eigene Ideen auch und dann immer ein Team gesucht, ich wollte auf jeden Fall nicht CEO sein, will ich auch immerhin noch nicht, weil ich merke auch so von, ich bin auch begrenzt. Ich bin halt diejenige, die sagt, welche Krankheit will ich aus dieser Welt schaffen und welche Technologie passt dazu. Ich bin viel lieber auf der CTO oder CMO-Rolle, so ein Medical Advisory zu geben, an was müssen wir denken, wie machen wir Patientenkommunikation.

Weil viele von den Tech-Lösungen, Patienten haben ja auch Angst. Und dann habe ich mich viel mehr auf so Patient-Empowerment-Themen reingestürzt von, was brauchen wir, dass Patienten schnell den Weg zur technologischen Lösung finden und dass es sich auch menschlich anfühlt. Weil wenn es sich menschlich anfühlt, dann hast du auch die Art Herrenz von den Patienten, dann nutzen die die Plattformen auch und dann entlassen wir die Ärzte. Und das ist ja eigentlich, was ich immer machen will. Ich will ja Lösungen schaffen, weil wir haben einfach einen Arztmangel und meine Kollegen von früher sind alle total im Burnout.

Das ist echt nach Corona und egal, was jetzt immer noch kommt, wir haben halt alle viel zu viel zu tun. und unsere Lösung oder die, die ich wenigstens baue, ich will ja, dass es dann auch für den Ärzten irgendwie was bringt. Zeitsparnis oder alles, was wir nicht so mögen, so Dokumentation und so, dass das durch irgendwelche KI-Lösungen gelöst wird.

11:44BrainTrip: Demenz früher erkennen

Anita

Und das letzte Startup ist sehr cool, weil es macht mich auch ein bisschen nervös, weil wir wollen ja frühzeitige Demenz und Alzheimer Analysen machen und eigentlich sage ich immer auf Keynotes, wir werden Demenz aus dieser Welt schaffen. Da sind wir noch sehr weit von entfernt, aber wir probieren uns an dieses Thema dann ranzurobben eigentlich. Und die Firma heißt BrainTrip.

Wir machen mit EEG-Data und arbeiten da zusammen mit einem anderen Startup in Berlin, die dann echt die Hardware produziert. Wir machen nur den Software-Teil, weil ich bin einfach ein riesen, ich glaube einfach an Radical Collaboration. Wir müssen einfach alle in unserer Nische miteinander irgendwie arbeiten.

Erst wollten wir auch irgendwie unsere Hardware bauen, dann denken wir so von, hä, wir sind Neuroscientists und irgendwie, das wissen wir von Hardware, lass einfach mit irgendjemand zusammenarbeiten, weil sonst wird das nichts.

Jens

Und Spezialisten einfach mit dazu. Genau.

Anita

Und dass wir uns einfach nur auf Demenz und wie funktioniert es mit den Gen.E.I., Wie geht die Kommunikation zu den Patienten hin? Weil stell dir mal vor, du kriegst dann so einen Cognitive Score, der sehr niedrig ist. Wir müssen ja die Patienten auch auffangen, weil wenn man dann sagt von hey, in zehn Jahren hast du Demenz und du bist irgendwie so 40, du denkst ja von ich bin noch viel zu jung, das ist halt ein sehr emotionales Thema.

Sondern spezialisieren wir uns lieber auf echt den Software-Teil. Wir haben das ganz umgekrempelt, weil wir haben einen BDI-Index gebaut, so Brain Dementia Index. Viele Awards bekommen, Scientific Awards, weil in der Neurologie machen wir ja klassisch noch diesen MoCA-Test.

So ist es super, super alt, wie man so frühzeitig Analysen macht. Da kommen wir dann echt in dieses von, der Patient hat eigentlich schon die Diagnose sehr fortgeschritten, vor wir dann sagen, sie haben jetzt Demenz und wir wollen ja viel früher rangehen.

Jens

Also du hast praktisch die Anzeichen, einige, die kann euer System oder eure Software erkennen durch Daten, die korreliert werden oder wie funktioniert das?

Anita

Genau, also du hast dann so ein Headset drauf, einfach EEG, ich weiß nicht, ob ihr wisst, wie das dann aussieht. Die Daten, dann machen wir so ein paar Übungen mit dem Patienten von Augen zu, Augen auf und guck dahin, guck dahin und dann können wir echt so gucken, wie die zwei Gehirnhemisphären miteinander kommunizieren. Und dann haben wir da im Background einen Jenny Eye, der analysiert von, okay, was ist deine Cognitive Score?

So, sag mal, du hast irgendwie so 78, das ist halt relativ niedrig. Dann probieren wir danach den Patienten sehr viele Lifestyle-Tipps mitzugeben. Schlafen ist natürlich super wichtig, sowieso für unser Nervensystem, aber dann probieren wir individuell den Patienten zu begleiten und sagen von, komm doch mal noch einen Monat zurück.

Wir machen nochmal so eine Analyse und dann hoffen wir natürlich, dass die Cognitive Score höher geht. Wir haben jetzt erstmal gemerkt, wir müssen im Longevity-Space da wahrscheinlich unterwegs sein, weil die Kliniken einfach schneller umsetzen können und das sind ja oftmals auch die Formen von Patienten, die Interesse haben, ihre Gesundheit selber in die Hand zu nehmen. Und irgendwann wollen wir dann in die Neurologie, echt in einem Klinik-Space, in Krankenhäusern unterwegs sein.

Und ja, das läuft schon. Wir sind gegründet in Malta. Das meiste von dem Team ist in Slowenien, in Ljubljana und ich dann hier in Berlin und machen jetzt schon europaweit das Access.

Und ja, es ist halt ein sensibles Thema, so wir wollen es langsam machen, die Patienten auch langsam begleiten, weil es halt nicht schön zu hören, wie viel Prozent natürlich auch Genetik ist von der Demenz und dann du wahrscheinlich auch nicht beeinflussen kannst und wie man damit dann langsam umgeht.

Jens

Ihr sammelt ja selbst dann praktisch ja auch jetzt die ersten Daten, die dann wiederholt, also wie du hast ja eben gesagt, dann im halben Jahr trifft man sich wieder oder trifft man die Patientin. Seid ihr dann da praktisch auch selbst am Lernen und am Proof of Concept noch erstellen sozusagen, wo funktioniert das alles schon gut oder seid ihr schon so weit, dass ihr sagt, hey, wir haben schon die Lösung, wir können die noch ein bisschen verfeinern, wir noch früher erkennen, welche Mechanismen da wirken.

Anita

In der Demenz sind wir eigentlich durch, da nehmen wir jetzt Patienten an, das ist richtig, ja, das funktioniert halt schon perfekt, aber jetzt wollen wir halt gucken, machen wir Demenz, Ende des Jahres Brain Aging auch und ADHS waren wir noch am Denken und wir sind eigentlich total offen, wenn irgendeine Klinik jetzt sagt, wir wollen unbedingt noch eine andere geistige Krankheit oder sowas machen, Dann werden wir jetzt noch ein Proof of Concept entwickeln. Wir wollten jetzt erstmal Demenz machen, weil einfach so viele Patienten in der Zukunft das haben werden. Und wie gehen wir damit um?

Jens

Es ist ja auch noch keine Medikation anscheinend gibt, oder? So richtig?

Anita

Ja, es ist auch sehr individuell. Manche haben halt eher einen genetischen Faktor, manche auch viel Lifestyle und wir müssen halt echt noch gucken und nicht jeder Patient hat Lust auf irgendwie Pharma-Medikamente zu nehmen. Da hast du ja auch wieder Side-Effects oder Also darum lieber Patienten anlernen frühzeitig, nimm deine Gesundheit selber in die Hand, verstehe, was dir gut tut, weil ich glaube manche funktionieren einfach nur hier bei uns im Westen und verstehen gar nicht an welche Körpersignale oder so, die zuhören müssen von wann kriegt denn mein Nervensystem ein Burnout oder und das probieren wir eigentlich frühzeitig erst den Patienten zu geben.

Der kriegt auch seinen Gen AI Report einfach mit nach Hause. So ist es jetzt nicht irgendwie, dass wir mit den Daten was machen oder ein Pharma oder sowas verkaufen, auf keinen Fall. Aber dass der Patient einfach selber weiß, wie geht es mir.

Und dann hoffe ich natürlich, dass andere Startups das Gleiche machen mit anderen Organen und dann hast du einfach dein ganzheitliches Bild. Aber wir fokussieren uns jetzt erstmal am Neurologie-Space.

Jens

Eine Rückfrage vielleicht nochmal, weil André hat ja schon zwei, drei Fragen im Kopf, ich sehe es. Oder auf der Zunge sogar schon. Kannst du vielleicht in zwei, drei Sätzen kurz zusammenfassen, was Demenz ist? Also das Wort, die Krankheit, jeder kennt sie aus Fernsehen, Familie, Freunde, zunehmend. Aber so kurz erklärt?

Anita

Kurz erklärt. Ich glaube, ich kriege eher die Frage, was ist der Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer ganz einfach erklärt. Ich glaube, die meisten sehen es ja auch.

Man vergisst den Namen von seiner Tochter. Man ist wie so Löcher im Gehirn. Die Dinge, die du immer dachtest, die du kennst, du vergisst es einfach.

Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer ist halt bei den einen Patienten, er ist sich davon bewusst, dass er sehr viele Sachen vergisst, was natürlich extrem ist, weil das macht dich ja mega unsicher im Alltag, weil du fühlst dich einfach immer dummer werden. Und das andere ist dann eher von, die merken es einfach gar nicht, bis zum Niveau, dass sie vielleicht auch einfach vergessen, auf die Toilette zu gehen. So ist wie echt ganz simpel erklärt, wie so Löcher einem gehören.

Das vergesse ich. Ja, wir kennen ja alle irgendjemanden, der Demenz hat, denke ich mal. Und weil es so eine schwierige Krankheit ist und es mehr und mehr zunimmt.

Und das ist ja auch, weil wir so schlecht leben, muss man schon ganz ehrlich sagen. Alle haben Stress. Ich meine, zeig mir bitte eine Person in Berlin, die keinen Stress hat, auch wenn du 20 Stunden arbeitest. Wir haben ja so viele externen Input, konstant, Telefon und Stress und jetzt noch die ganzen Kriege dazu und Menschen sind ja total aufgewühlt.

Es ist ja logisch, dass dein Nervensystem auch irgendwann mal sagt, jetzt reicht es. Kaffee, Alkohol und unser ganzer Lifestyle ist einfach nicht mehr gesund. Zum Beispiel im Bhutan, wenn ich gefragt habe, wie viele Leute haben hier eine Demenz, da konnte nicht eine einzelne Person mir erzählen, ob sie jemand mit Demenz kennen.

Es ist, als ob es da gar nicht gibt. Es ist schon echt auch viel Lifestyle und das hoffen wir dann mit BrainTrip ein bisschen zu lösen.

19:39Weitere KI-Anwendungen in der Medizin

Jens

Was ich bei dir mitbekomme, ist, du bist sehr leidenschaftlich. Und leidenschaftlich heißt in dem Fall, welche Krankheit kann ich jetzt aus der Welt schaffen? Demenz, top, kann ich total nachvollziehen. Ich glaube, das ist echt eine richtige Seuche weltweit.

Welche anderen Use Cases gibt es denn noch, sag ich mal, im Healthcare-Bereich, wo KI wirksam sein kann, jetzt neben Demenz? Hast du da noch Beispiele?

Anita

So viele. Ich meine, allein schon, wenn man guckt, Rare Diseases, Ehlers-Danlos, solche Krankheiten. Aber das ist ja auch, warum ich ein bisschen mehr in diese Quantum-Technologie reingehen wollte, weil wir sind ja jetzt so gut geworden mit KI-Lösungen, um frühzeitig zu sehen, zum Beispiel auch hier im KI-Campus in Berlin hast du ja auch Vivi mit Brustkrebsanalysen.

Wenn du guckst, KI und Radiologie, da sind wir extrem stark mit allen Organen. Alle Spezialisierungen sind da, glaube ich, schon abgedeckt mittlerweile. Und für mich ist es halt auch interessant jetzt zu sehen, jetzt haben wir diesen ganzen KI-Space, dann haben wir Gen AI-Space und jetzt gehen wir langsam von dem Gen AI-Space in das Quantum Computing, wo wir dann hoffentlich personalisierte Medizin irgendwann mal hinbekommen oder auch mit Digital Twins und mRNA-Protein-Folding.

einfach Lösungen finden können für Krankheiten. Was natürlich dann schon spannend wird, ist, wenn wir natürlich einige Krankheiten in unserer Welt schaffen, welcher Markt kommt als Erste? Dann wird es sehr geopolitisch.

Und ich hoffe einfach, dass ich genau in diesem Wandel dabei sein darf, weil ich ja in so vielen Ländern gearbeitet habe, um auch zu gucken, wo ist denn so ein Ansatz? Weil ich bin fast sicher, dass Amerika natürlich das Erste sein möchte. Aber ich hoffe schon, dass wir in Europa da irgendwie das hinbekommen, Nummer eins zu werden. Wir haben ja super gute Instituts, so Fraunhofer und ich hoffe, dass wir diese ganzen KI-Lösungen schneller auf den Markt bringen können, ohne Ängste zu haben und dass wir in Europa da einfach kollaborativ besser zusammenarbeiten.

Jens

Ich kann kurz noch dann ergänzen dazu. Also ich habe jetzt Krebs gehört. KI als Technologie beschleunigt schon ganz viel. Bestimmte Nischenkrankheiten werden einfach nicht erforscht, weil es einfach keinen Markt gibt. Siehst du da die Chance, dass KI das günstiger macht und schneller, dass auch Nischenkrankheiten, wo relativ wenige Menschen dran erkranken, auch geheilt werden können?

Anita

Ja, absolut. Ich arbeite ja echt mit fast allen Pharmaunternehmen irgendwie zusammen und ich finde es ein bisschen schade, dass viele Leute irgendwie denken, ach Gott, die böse Pharmaindustrie, die wir ja nur von deiner Krankheit irgendwie Geld verdienen, ist tatsächlich gar nicht so. Weil wenn man echt mal guckt, wie streng das Ethik-Board ist im Pharmaunternehmen und Beratungsfirmen, so wie was wir gemacht haben, wo wir mit Assets reinkommen, die so hochspeziell sind, was da für ein Legal-Team hinter steht, um zu gucken, ist das sowieso safe, was wir machen. Also ich will erst mal diesen ganzen Gedanken irgendwie, jetzt werde ich natürlich sehr viele Feinde haben auf diesem Podcast.

Jens

Der nächste kommt.

Anita

Aber es ist einfach, es ist echt nicht so, dass Pharma irgendwie die ganze Zeit nur böse Intentions hat. Dafür ist Europa viel zu reguliert. Unser Board und unser, wir sind viel zu streng.

Und es ist halt schade, dass in der Vergangenheit irgendwie Forschung getan wird und es dauert dann sieben Jahre, bis es zu dem Patientenbett kommt. Und das kann KI sehr sicher beschleunigen. Wir haben das jetzt auch gesehen, wenn Leute dann fragen, warum sind die Covid-Vaccine auf einmal so schnell im Markt?

Und ich fand, nee Leute, das ist nicht schnell gegangen. Pharma hat das schon längst im Backlog. Die sind so viel am Arbeiten und am Forschen.

Aber da sind halt manche Pipelines, die müssen halt eher erfüllt werden. Da ist halt Krebs, Depression, Demenz. Das sind halt so mehr die Hauptthemen, weil es einfach mehr Menschen betrifft.

23:33Massive Bio: Zugang zu klinischen Studien

Anita

Ich weiß aber schon, dass auch für viele Rare Diseases gibt es halt schon Lösungsansätze. Aber dann, das ist halt eine politische Entscheidung von dem Unternehmen oder auch von Staat und Behörden und sowas, welche Medikamente bringen wir als erstes auf den Markt. Zufällig arbeite ich jetzt als Freelancerin für eine Firma, die heißt Massive Bio und ist auch super spannend. Ich mache den deutschen Markt, bin ich nur so ein bisschen am Aushelfen, weil ich ja immer so die Brücke bin zwischen, ich finde es ja cool, wenn spannende Patienten auf mich zukommen sollen.

Ich habe einen Germ-Cell-Tumor. Ich denke, geil, wie kann ich dieser Person weiterhelfen? Und dann muss ich echt so suchen in meinem Netzwerk.

Und als Freelancerin jetzt für diese Firma, die haben echt ein cooles Business-Modell, in dem jeder gewinnt. Wir arbeiten mit Pharmaunternehmen zusammen, Research-Sites von Krankenhäusern und hochspezielle Patienten kriegen ihre Plattformen, laden alles hoch. Das ist so ihre, sehr auf Onkologie spezialisiert, aber es sind natürlich auch andere Krankheiten, die die in ihrem Backlog eigentlich haben.

So der Patient ladet seine Daten da hoch, dann wirst du sofort angerufen, gefragt, in welcher Phase von deiner Behandlung bist du oder bist du schon bei einer klinischen Forschung gewesen? Und dann wird mit dem riesen LLM im Background das Matching gemacht. So der Patient wird dann auf irgendein Research Clinical Study reingepackt, ob das jetzt irgendwie von Pfizer ist oder Menarini-Gruppe, das ist ja egal.

aber weil auch viele Pharmaunternehmen natürlich auf der Suche sind nach die perfekten Patienten zum Forschen. Und das finde ich halt sehr cool, weil da siehst du ein perfekter Case, wo der Patient gewinnt, weil du als Patient, sagen wir mal, du hast Brustkrebs, du bist ja so in dieser Krebsidentität drin, du kannst ja gar nicht mehr normal denken, wo finde ich denn noch Hilfe. Weil wenn mein Onkologe hier in Berlin sagt, wir können jetzt nichts mehr weiter für sie machen, Das ist ja für einen Patienten unakzeptabel.

Du willst ja irgendwie eine andere Lösung. Und dafür ist diese Plattform halt sehr, sehr, sehr cool. Weil Patient nimmt es einfach selber in der Hand, ladt all seine Dokumente hoch.

Du wirst mit dem LLM gematcht mit irgendeinem klinischen Site weltweit, weil es länderübergreifend ist. Und vielleicht poppt er dann irgendwie im Backend eine Studie von Roche oder von Novartis, poppt auf einmal hoch, wo du der perfekte Kandidat für bist. Und dann abhängig ist natürlich von einer Phase 1, 2, 3, wo du dich dann auch in deiner Diagnose befindest, wirst du dann aufgenommen in so ein Forschungsprojekt.

Und das finde ich halt genial. Und das ist so von deiner Frage auch beschleunigt, KI auch im Pharmabereich, absolut. Weil du als Patient müsstest halt 20 Studien durchlesen, wo du überhaupt dann siehst, oh ja, dann siehst du in der Studie, ich bin Raucher, aber dann bin ich doch wieder nicht eligible.

Und jetzt wird das durch so ein LLM einfach unter fünf Minuten für dich gemacht. Also es ist halt super, es nimmt super viel Stress weg, wirst sofort eingeladen zu so einer Studie, Pharmaunternehmen gewinnt, weil die die richtigen Kandidaten haben, die dann natürlich auch nicht rausfallen.

Jens

Für beide Seiten super.

Anita

Jeder gewinnt und das ist halt, ich weiß, dass viele Leute ein bisschen pessimistisch sind über KI. Ich bin halt krasser Optimist und ich habe mal mit dem CTO von Google gesprochen, der auch so mega, mega negativ ist über KI. Und dann denke ich immer so, bin ich zu dumm oder weiß ich nicht genug oder naiv, dass ich so pro KI bin.

Aber solange wir das in gute Hände halten oder dass wir die richtige Ethik dafür haben und uns richtig anwenden. Weil für mich alles, was ich mache, ist nur, dass der Patient sich nicht alleine fühlt. Ich glaube, auf meinem LinkedIn das allererste, was du siehst, ist Patient Empowerment.

27:13Patient Empowerment und mama health

Anita

Und es ist mir egal, welche Krankheit du hast. Es ist schlimmer mit chronischer Erkrankung zum Beispiel auch. Darum auch Mama Health, das Startup.

wo ich ja so ein bisschen Co-Begleiter und Strategiebegleitung mache weil chronisch erkrankte Patienten genau das gleiche, du kommst halt an irgendwann kriegst du deine Diagnose oftmals zu spät und dann bist du ja echt schon im Krankheitssystem und dann wirst du nach Hause geschickt mit irgendwelchen Medikamente und kein Arzt macht ein Follow-up und dann denke ich so wow, wie schade, all meine Mädels meine Freundinnen, so viele haben Endometriose, die kommen jetzt zu mir bei Mama Health eine Endometriose-Plattform gebaut hat, wo du gematcht wirst, auch wieder mit einem Gen-AI im Background, mit einer anderen Patientin, die die gleiche Journey und den gleichen Schmerz hat wie du. Und so hast du, da musst du den Leid nicht alleine tragen. Haben wir dafür eine Lösung oder sind wir jetzt im Curing-Bereich für Endometriose unterwegs?

Auf keinen Fall. Aber wir können auf jeden Fall dich begleiten. Supporten. Ja, andere mentalen Support oder probier doch mal irgendwelche Supplemente oder Oder, keine Ahnung, mach weniger Sport oder mach mehr von so einem Sport.

Oder wir wissen ja auch, Krafttraining ist gut für Frauen zukünftig mit Menopause. Und so, das sind so viele Sachen, wo es ist unser, wir aus der Medizinwelt, wir müssen wegkommen von dem Gedanken, dass wir irgendwie weißen Kittel und wir wissen alles, wir müssen Coaches werden. Und da werde ich auch wieder ganz viele Ärzte auf die Wüse treten, das tut mir leid.

28:41Ärzte als Coaches: vom Krankheits- zum Gesundheitssystem

Anita

Aber ich glaube halt schon, weil wir haben ja 16 Jahre, 14 Jahre oder egal was studiert, wir müssen das Wissen, was wir aufgebaut haben, müssen wir auf eine ganz einfachen Art und Weise Patienten mitgeben. Und ich sehe mich da sehr stark in der Rolle. Und viele Ärzte sehen vielleicht ein KI als Feind, aber es ist überhaupt nicht so.

Weil wenn ich mit einer russischen Frau oder einem arabischen Patienten rede, will ich ja, dass die Person mich versteht. Und das kannst du nur mit KI machen.

Jens

Vor allem ohne Zeitverlust.

Anita

Genau.

Jens

Oh ja. Ohne Barriere.

Anita

Und der Patient muss ja gehört werden und verstanden werden. Und ich will ja auch weg, was wir in Deutschland alle drüber reden, von Krankheitssystem zu Gesundheitssystem. Ich meine, ich finde es ja schon krass, von allen Sprachen, ich spreche, Deutschland hat ja echt Kranke im Haus.

Das ist ja schon das Ganze, die ganze Idee geht ja schon um, du bist krank und wir helfen dir mit dem weißen Kittel. Und alles, was wir bauen mit KI, also meine Teams und meine Kollegen Wir sind ja viel mehr dran, dann Vorsorge. Hoffentlich kommst du nie im Krankenhaus.

Das ist unsere Mission.

Jens

Das gesunde Leben zu organisieren.

Anita

Und Entlastung dann von Ärzten, indem wir euch viele Tools an der Hand geben, um Gesundheit zu verstehen. Weil wir sind ja auch alle individuell. Ich habe mal Keto-Diät ausprobiert. Ich glaube, das ist die coolste Diät. Auferden, aber sowas von unsozial.

Jens

Ich mache das auch gerade.

Anita

Jedes Mal, wenn du essen gehst, alles lecker aussieht, darf man nicht. Und ich bin mega dünn geworden, dass alle irgendwie dachten, ich habe eine Essstörung, aber ich habe mich gut gefühlt. Und aus jeder Diät habe ich das rausgenommen, wo ich dachte von, ah, mein Körper springt extrem an auf nicht Kuhmilch und auf andere Milchsorten. Ich glaube, viele Leute wissen halt noch nicht, wie man sich spüren muss oder wie man sich kennenlernen soll. Und dann auf einmal kriegst du irgendeine Diagnose und da hoffen wir halt, dass wir viel mehr Wissen mitschenken können am Patienten von durch KI-Lösungen von, was kannst du machen, dass du gesund bist, dass es dir gut geht.

30:44Internationale Vorbilder

Jens

Wie ist das, also Krankensystem versus Gesundheitssystem finde ich total spannend, einfach den Gedanken. Wo würdest du denn, wenn du jetzt nach Europa guckst oder weltweit guckst, einen Leuchtturm sehen, was so ein Gesundheitssystem angeht? Wenn man in Deutschland, ich glaube, wir müssen da auch nicht groß drüber reden, Also egal, ob privat oder gesetzlich versichert.

Es ist schon spannend, dass es die zwei Geschichten gibt. Ich kenne aus allen Ecken Fälle, die nicht mehr schön sind. Also fällt dir ein Land ein, also klar, wahrscheinlich die Schweiz, wo es auch noch billiger ist, aber so ein Land, wo das System einfach funktioniert und wo du sagst, ja, das ist wirklich mit Vorsorge und da wissen die Leute, was sie machen sollen.

Und da wird auch nicht überkandidelt und noch ein Röntgengerät angeschlossen, sondern es geht einfach um richtige Medizin und Gesundheitspflege.

Anita

Darum bin ich ja nach Israel gegangen, weil ich fand das Gesundheitssystem da, die Option war Katar oder Israel und dachte ich, ich finde Katar schon sehr krass, da hinzuziehen.

Jens

Also vom Land, meinst du? Ja,

Anita

aber auch Katar hat ein sehr gutes Gesundheitssystem, aber da fließt halt Geld. Und die Bevölkerung ist sehr klein und Deutschland ist halt ein komplexes Land Und wir haben auch viele Leute, die vielleicht gar nicht versichert sind, gar nicht angemeldet sind. Und man kann die ganzen Gesundheitssysteme gar nicht so gut miteinander vergleichen, weil viele Sachen hier in Deutschland halt auch so mit einem Heilpraktika.

Und wir haben ja so viele parallele Geschichten, die es in vielen Ländern gar nicht gibt. In Israel ist es halt spannend, weil die setzen Tech-Lösungen sehr schnell ein, weil sie viel mehr Daten haben und auch schon digitaler sind in den letzten zehn Jahren. Und natürlich auch, wenn natürlich all deine Nachbarnländer wollen, dass du nicht mehr existierst, dann entwickelst du schnell.

Das ist halt einfach die Realität. Weil ich habe immer gefragt, auch an den Startups in Israel, wie kann das sein, dass ein Land so viele Unicorns baut im medizinischen Umfeld? Weil die Startups werden da ja alle gegründet aus den Krankenhäusern raus.

Ich weiß, Charité macht das ja auch immer mehr, aber einfach nicht genug. Und ich glaube, diesen Schutz, den man hat, dass du als Mediziner zum Beispiel in einem Krankenhaus rausgründest, da hast du ja zur Verfügung den Chefarzt, den Professor, den CTO vom Krankenhaus.

Jens

Die unterschiedlichen Abteilungen.

Anita

Ja, und du hast auch den Namen, weil Schieber Krankenhaus in Tel Aviv hat einen Riesennamen, sind die schon Nummer fünf in der Welt von Beste Klinik. Du wirst halt, wie so, wenn du dein Kind irgendwie Fahrrad fahren lernst. Na klar, bist du dann auch schneller.

33:21Nanorobotik und die Eindrücke aus Abu Dhabi

Anita

Was ich tatsächlich spannend fand, letztes Jahr November, durfte ich dann auch ein paar Kliniken in Abu Dhabi kennenlernen. Ich weiß nicht, ich will nicht über ganz Emirates oder so reden, aber in Abu Dhabi war halt sehr spannend. Es ist auch viel amerikanische, so Cleveland Clinic ist auch mit drin.

Und die gehen halt total rein, nicht mit KI, aber eher mit Nanorobotics. und das fand ich mega spannend, so aus der Leiste für Leukemiapatienten Nanorobots spritzen. So, die machen das einfach.

Das kann man sich in Deutschland gar nicht vorstellen. Da müssen wir 100.000 CE-Zertifizierungen bekommen.

Jens

Wie kann man sich das vorstellen? Also wirklich Kleinstroboter, mechanisch, die wie bei Star Trek sozusagen ins Blut gespritzt werden und dann dort?

Anita

Die Kollaboration ist mit Karolinska in Stockholm und Technion Universität in Haifa in Israel. Und die haben sich so ein bisschen zusammengesetzt und Land gesucht, von wo kann man sowas implementieren. Und die Nanorobots, die sind so klein, die kannst du gar nicht sehen.

Die werden dann echt so wie so ein Stent eigentlich durch die Leiste hochgeschoben ins Blutsystem. Und dann ist eine Vision AI, weil Tumorzellen haben ja 6 bis 6.2 pH-Werte. Die sind ja mehr acidic, dann in den normalen Zellen oder Blutkörperchen.

Und dann findet, dann ist diese AI, die da drin ist in den Nanoroboter, der sieht dann von, ah, das ist eine heiße Zelle, ah, das ist die Acidic-Zelle, so das bedeutet, das ist die Krebszelle und eliminiert die dann. Und hält dann einen guten Blutzellen intakt und macht da gar nichts mit. Und das sind halt so Cases, wo man denkt von, oh Gott, was macht Deutschland?

Ich will das auch hier in Deutschland haben. Es ist halt schade, dass wir da so langsam sind, weil wir sind immer noch am Reden, ob Conversational AI und der Chatbot gut und safe ist für den Patienten zu Hause. Wo ich denke von Deutschland, was machen wir?

Na klar ist es safe für den Patienten zu Hause, weil ansonsten gehen sie sowieso auf Google. Dann kann man besser irgendwie was selber bauen, was von den Medizinern gebaut ist für den Patienten. Und wir reden hier so viel über das Gleiche.

Lass uns doch lieber reden über, wann kriegen wir Nanotechnologie. So, wir haben supergute Kliniken in Deutschland. Wann geht die Angst mal vorbei, dass wir hier auch sowas machen können?

Weil wenn ich hier im Startup-Umfeld, morgen ist ja auch die Slush in Heilbronn die Konferenz, da laufen so viele hungrige junge Leute rum, die morgen irgendwie Biocomputing machen wollen und irgendwie Nanorobotics in den Patienten rein. Und wo bleibt das Netzwerk, dass die das auch machen können, dass wir junge Leute fordern? Und weil wir brauchen, dass die jungen Talente mehr Gas geben, weil wir halt alle älter werden.

André

Diese Talente, was du eingangs erwähnt hast, sind auch die, die abwandern werden, wenn sie hier nicht loslegen können, weil sie keinen Nährboden dafür finden.

Anita

Ja, oder viele Startups, die ich ja auch mitbegleitet habe, weil ich mache das ja Freelance-mäßig, viele Startups auch helfen mit Market Access Strategie und so. Und eigentlich helfen Startups mit vielen Sachen oder Gelder zu holen aus Israel, Funds und sowas. Und dann kommt immer wieder, kannst du uns helfen, nach Amerika zu gehen?

Und dann merke ich so, krass, das ist schon mein zehntes Startup, dass ich helfe, nach Amerika auszuwandern. Das ist halt mega schade. Wir müssen das hier behalten.

André

Also bist du grundsätzlich pro-europäisch, pro-Deutschland?

Anita

Wir hatten ja mal echt eine sehr vorreitende und vollgeschrittene Medizin. Ich weiß nicht, ob wir es gerade verlieren. Vielleicht bin ich auch auf der Seite des Pessimismus, weil ich halt in einem Feld arbeite, wo wir natürlich auf der Medizin schauen, ist es langsam.

Vielleicht, wenn du jetzt im Alltag irgendwie praktizierst, denkst du, wow, sind wir digital. Aber ja, vielleicht ist es auch blöd, dass ich die ganzen Länder miteinander vergleiche, weil in Deutschland kann man einfach nicht vergleichen mit einer Schweiz oder in Estonia, die schon super klein sind, wo wenig Patienten sind. Genau, aber ich bin ein bisschen ängstlich, ehrlich gesagt.

Wenn mir was passiert von, haben wir ausreichend.

Jens

Würdest du woanders hingehen in eine andere Seite?

Anita

Ich glaube, ich würde mich nicht mehr in Deutschland behandeln lassen.

37:30Heilbronn und Kollaboration statt Silodenken

Jens

Du hast eben Heilbronn erwähnt und da wir über KI, Technologie und Standort Deutschland ja auch so ein bisschen gesprochen haben. In Heilbronn ist ja schon und entsteht noch die große KI-Schmiede in Deutschland. Hat das was mit dem Treffen morgen oder mit der Slush zu tun auch? Genau,

Anita

das ist ja die Slush aus Helsinki. Und die machen das auch in Halbhorn. Ich weiß nicht, welches Jahr das jetzt ist.

Vielleicht schon das fünfte Jahr oder so. Genau, da bringen die auch so Investors mit rein und Startups und Corporates und eine gute Mischung. Und das finde ich halt ein genialer Ansatz, weil es ist länderübergreifend.

Es ist, was ich ja auch immer mag, dieses Entraponeur-Denken. wir müssen mit Big Corporates und mit Startups zusammenarbeiten. Und ich merke schon, ich bin jetzt sechs Jahre in Deutschland, das erste Jahr, wo ich in Deutschland war.

Und man denkt irgendwie, da war ich noch bei Medudoc, Digitale Patientenaufklärung. Und da wollten wir so automatisiert die Patienten sich vorbereiten für eine OP, auch mit so AI und Chatbot und sowas. Und da wollte ich kollaborieren mit anderen Startups und alle haben einfach gesagt, die haben kein Interesse.

So von vor sechs Jahren und jetzt merke ich schon, okay, Deutschland ist wach geworden, Kollaboration ist wichtig. So jetzt so langsam merke ich schon, okay, da kommt Hoffnung, weil wir wollen ja nicht zehn Leute, die immer wieder in der gleichen Lösung arbeiten. Wir wollen ja eigentlich lernen, was hat nicht funktioniert, weil wir machen auch so, sorry für mein Englisch, so Fuck-up-Sessions, wo man dann voneinander lernt, was hat absolut nicht geklappt.

Und das finde ich viel wertvoller, dass man lernt, okay, die Person ist schon zehnmal gescheitert, vielleicht mache ich dieses KI-Modell jetzt nicht. für den Patienten und dass wir viel mehr miteinander arbeiten. Und darum ja auch mit BrainTrip.

Wir wollen keine Hardware machen. Wir bleiben in unserer Nische. Bitte alle arbeitet mit uns zusammen.

Wir sind total offen mit wen dann auch und wenn dann noch eine andere Diagnose oder die wollen irgendwie Misdiagravis als Diagnose, komm her damit. Wir arbeiten mit allen. Und das ist super wichtig und das werde ich morgen auch in der Slush sagen, immer wieder, dass Kollaboration das Wichtigste ist.

Als Corporate bist du halt manchmal da geblockt und gefangen, weil wir halt nicht so oft mit Startups zusammenarbeiten können, obwohl wir auch mal ein Projekt hatten, wo wir einen Schlaganfall-KI eigentlich für akutes Stroke gebaut haben mit einem Konsortium von ganz vielen Startups und dann länderübergreifend Spanien, Israel und Deutschland. So, es gibt manchmal solche Projekte, aber leider nicht genug.

André

Demenz, Jahr 2080. Meinst du, dass es noch Demenz gibt? Nur so, Bauchgefühl.

Anita

Bei der XPANSE-Konferenz, das ist ja in Abu Dhabi die coolste Quantum-Konferenz, die ich erleben durfte. Die sagen ja tatsächlich, dass wir Demenz, Krebs und auch Lähmungen 2030 gelöst haben.

André

So schnell?

Anita

Ich weiß nicht, aber das hört sich sehr nah an. Aber das ist so das Letzte, was ich gehört habe. Aber ich denke, wow, krass. Ich probiere mal rauszusuchen, welches Land ist das? Vielleicht muss ich da hinziehen.

Jens

Da hat Berlin die Autobahn noch nicht fertig gebaut.

Anita

In Deutschland wird es auf jeden Fall noch eine Weile dauern. Aber egal wie, wir sind sehr, sehr, sehr schnell. Und wenn ich auch meine Corporate-Kollegen und so frage, sind viele Confidential-Sachen, die wir noch nicht im Markt rausbringen dürfen.

Die Medizin ist schon sehr weit. Und es ist auch gut so. Und es ist auch gut, dass es exponentieller, dass es schneller wird.

Und wir hoffen halt, dass Leute es nicht schlecht benutzen.

41:09Was medizinische Start-ups brauchen

Jens

Du hast vorher noch erwähnt, dass ihr nicht in Deutschland gegründet habt. Was müsste passieren, dass dein nächstes Startup in Deutschland gegründet wird?

Anita

Geld. Ganz klar. Wir sind ja in Berlin, wenn man nach das Gehalt guckt, wenn du Leute on boardest, die sind ja eigentlich relativ günstig.

Ich meine, ein Gehalt von 70.000 ist jetzt auch nicht mehr so. Aber es ist sehr schwer, gutes Personal zu finden für so ein niedriges Gehalt. Und du kannst halt nicht ausbezahlen, weil du kein Geld hast.

Du bist halt in dieses Hamsterrad irgendwie drin, wo du musst als Geschäftsführer die Leute so inspirieren, dass die Bock haben, so viel zu arbeiten. Weil Startup ist halt keine 40-Stunden-Arbeit. Du musst es halt irgendwie so leben und atmen.

Sonst funktioniert das nicht. Aber wenn da kein Geld reinkommt, oder wenn die Investoren auch nur noch irgendwelche Lösungen oder fokussen auf andere Lösungen. Wir haben ja jetzt mittlerweile in Berlin so viele CIC, diese Cambridge Community, sind so viele AI Hubs.

Aber wenn ich das so anschaue, die sind ja nicht so richtig, die Startups sind ja nicht erfolgreicher, weil sie sich anschließen an solche Hubs. Und dann immer wieder frage ich, an was schaltet das denn? Jedes zweite Startup, was zu mir kommt, sagt von, kannst du mir helfen, Gelder aus Israel zu bekommen?

So von großen VCs oder privaten Angels. Und das ist halt echt ein Problem hier.

André

Und was ist mit Talents?

Anita

Ich glaube, so von meiner persönlichen Erfahrung, ich will ja nicht für alle den ganzen Markt in Deutschland sprechen, aber Talent gibt es noch in meiner Nische, also Medizin und Tech. Bei Medizin bist du ja sowieso sehr landgebunden. Du machst dein Studium und meistens das gleiche Krankenhaus irgendwie für 15, 16, 17 Jahre und die bleiben dann ja auch hier.

Das ist ja jetzt nicht irgendwie, dass du Krypto studiert hast und dann irgendwie die ganze Welt ist dein Äußer. Ist halt schon so sehr landgebunden. So mit Talenten, muss ich sagen, habe ich noch nie Beratung gegeben.

Halt eher, dass Leute unzufrieden sind mit deren Gehälter und dass Startups halt failen, weil sie viele Kosten haben, weil auch Zertifizierungen zu bekommen oder allein schon Marketing-Campaigns in der Medizin ist halt super schwer. Da war ein Startup, was zu mir gekommen ist, nach einem Keynote. Die wollten irgendwie was mit Sexual Health oder sowas machen.

Du darfst ja allein schon im Marketing in Deutschland überhaupt nicht Sex erwähnen. Du darfst ganz, es sind so viele Regeln und es kostet halt alles. Und wo soll ein Startup das dann herholen?

Oder ein kleines Accelerator-Gehalt von 2200 oder sowas kriegt man dann hier an den Unis, wenn man irgendwie damit macht, wie willst du davon leben, wenn deine Miete schon 1000 Euro ist.

André

Oder näher.

Anita

Ja, genau. Für mich ist Knallheit einfach nicht genug Geld, was hier frei zur Verfügung ist.

Jens

Und das verhindert ja dann auch die Schnelligkeit, von der du in Israel gesprochen hast. Wenn kein Geld da ist, dann kannst du sowas auch nicht schnell machen. Wenn du wenig Geld hast, kannst du auch nur langsam reisen.

Anita

Ich kann mir auch vorstellen, dass viele private Angels auch denken von, oh Gott, mit Medizin. Das ist natürlich alles sehr spannend, weil wie viele Mediziner-Startups scheitern. Das ist halt immer noch eine sehr hohe Nummer. Aber es ist natürlich safer, wenn du in irgendeine Webplattform oder sowas investierst oder in irgendeinen kleinen Marketplace. Aber Medizin ist halt streng.

André

Du hast ja eben erwähnt, dass VCs oder Private Equity Funds eher in was Skalierbares,

Jens

Digitales oder was Leichtzuverstehendes mit USP investieren. Gibt es denn irgendwo schon VCs oder Geldgeber, die sich auf Medizin-Startups spezialisiert haben?

Anita

Oh, Berlin sehr viele. Ja, ja, da sind echt sehr viele Ventures. Ich weiß jetzt nicht, ob ich die so einfach sagen darf hier auf der Podcast, aber kann man mir einfach mal über LinkedIn, dann kann ich auch eine Intro geben.

Viele Mediziner sind auch irgendwie aus dem System ausgestiegen und machen ja auch immer mehr so VC-Arbeit oder sind nach Amerika ein paar Jahre gegangen, haben Geld verdient, sind zurückgekommen. Also es gibt schon viele Möglichkeiten, aber so wie ich das beobachte, kommen auch viel mehr Experten natürlich in den VCs mit rein, die dann die Portfolios auch checken und gucken, ist das legitim, was die hier bauen in der Medizin. Das ist echt toll.

Würde ich auch super gerne irgendwann nochmal machen in meinem Leben. Ich glaube, das ist spannend, weil du hast halt diese ganzen hungrigen jungen Leute, die kommen mit ihren coolen Ideen. Und dann zu gucken, um zu validieren, macht das medizinisch überhaupt Sinn.

Aber in Berlin gibt es viele, nur dass Zeit nicht so viel ausgeschüttet wird finanziell. Ticketsize von 300.000, das ist in Israel ein Ticketsize von 1.4 Millionen. Das ist halt eine ganz andere Skala.

46:09Novas Frage: Gibt es noch Offline?

Nova

So, jetzt aber auch zu meiner Frage. Anita, du arbeitest an KI gegen Demenz. Warst gerade mit 60 München meditieren? Ganz ehrlich, gibt es bei dir eigentlich noch sowas wie offline?

Anita

Ja klar, ich wohne in Deutschland. Manchmal hat man schlechtes Netz. Das ist der zu Hause kaputt, hatte ein Burnout, glaube ich.

Na klar gibt es offline, aber ich muss sagen, wenn du richtig, wenn du das machst, was dir richtig Spaß macht, dann ist es auch ein Hobby. Und offline bin ich natürlich im Bhutan gewesen, beim Segeln bin ich offline und ja, ich brauche das, glaube ich, auch weniger als andere Leute. Das, wie schon gesagt, ich glaube, du kriegst halt nur Burnout, wenn du 50 Prozent von der Zeit das machst, wo du gar keinen Bock drauf hast.

wenn du das machst, was dir richtig Feuer gibt. Dann kriegst du eher Energie, denn das dich ausschöpft. Aber das Schöne ist, dass ich selber meine Tage gestalten kann.

Und wenn ich mal bis 10 Uhr schlafen will, dann kann ich das auch mal einrichten. Das ist halt sehr, sehr, sehr schön. Auch in einem Corporate war das eigentlich irgendwie immer möglich, weil man merkt, Konzentration ist jetzt gerade weg.

So Work-Life-Balance in Europa ist schon sehr gut. Nochmal was Positives reinzubringen für Deutschland.

47:28Das 25-jährige Ich: Mentoren finden

André

Cool, vielen Dank. Was würdest du deinem 25-jährigen Ich raten, wenn du die Chance dazu hättest?

Anita

Studie, nicht Medizin. Ich habe ganz viel Zeit da drin verloren, weil jetzt mit Tech und so, die Studiengänge sind ja relativ kurz und immer kleine Lösungen. Und wo ich glaube, zu jungen Leuten würde ich einfach sagen, schnapp dir einen Mentor.

Ich habe nie einen Mentor gehabt. Ich war total alleine. Ich musste alle Fehler alleine irgendwie ausbaden.

Das waren einige. Ich bin ganz oft hier von meinem Pferd gefallen und irgendwie wieder aufgestanden. Und darum mache ich ja auch dieses IBM Female Empowering Programm.

Ich habe da drei junge Studenten, die ich mitbegleite. Ich schenke diesen Mädels, meine Mentees, alles. Jeden Kontakt, jede Intro.

Wenn die ein Keynote machen, verbessere ich die Präsentation. Bis zu fast Hausaufgaben mitbegleiten. mir ist das egal, solange meine Mentees besser werden, dreimal so gut werden, als ich bin in meinem Job, dann bin ich happy.

Weil die werden die Zukunft für uns natürlich weiter, ich will ja später auch gute medizinische Versorgung haben, ich will ja, dass die jungen Leute richtig gut werden. Ich schenke dir einfach alles mit und darum so schnell wie möglich einen Mentor finden. Mentor für verschiedene Sachen auch, weil ich habe jetzt so einen Vice President von General Motors, der hilft mir halt sehr mit meiner Karriere und mit meinen Verträgen.

Aber dann will ich auch einen Mentor haben. Ich durfte auch ein paar Mal Esther Perel kennenlernen, die einfach so schön über die Welt denkt und reflektiert und wie geht man mit Beziehungen um und Relationships und Leadership und muss einfach so schnell wie möglich ein richtiges Netzwerk finden. Und ansonsten immer wieder weiter lernen.

Das Lernen hört nicht auf. Ich glaube, wenn du grundsätzlich eine Person bist, die denkt, jetzt habe ich mein MBA geschafft, jetzt ist es durch. Nach meinem MBA wusste ich einfach von krass, ich weiß überhaupt gar nichts vom Business.

Und dann fängt das Lernen erst richtig an, nach dem Diplom. Ich glaube, man muss sich so schnell wie möglich eine Persönlichkeit anarbeiten, wo du nonstop lernst. Jeden Tag am liebsten.

Das macht ja Elon Musk auch irgendwie. Und immer wieder weitermachen. Und nicht aufgeben, weil so schnell wie möglich Fehler machen ist gut, glaube ich.

Wenn man jünger ist, ist es einfacher, dann fühlt man sich nicht so blöd. Ich glaube, für junge Leute einfach schnappt ihr coole Menschen.

49:59Fazit und Eintausend Dank

Jens

Total schöner Punkt. Danke, dass du so offen mit uns gesprochen hast. Und einen der schönsten Punkte, und der hat ja wahrscheinlich nicht nur was mit Medizin-Startups zu tun, ist der Punkt der Kollaboration. Also das sollten wir uns alle, egal ob man einen Podcast macht, ob man ein Startup mit E-Commerce im Hintergrund hat oder irgendwo in der Pharmaindustrie arbeitet, Kollaboration, vor allem in Europa, ist ja ein Weg in die Zukunft. Also für den Gedanken alleine bin ich dir schon total dankbar.

André

Also ich bedanke mich auch, es hat mich super inspiriert. Ich freue mich darauf, dass wir beim Thema Demenz auch weiterkommen, auch im Interesse eines Familienmitglieds, was mir sehr am Herzen liegt. Und was ich super cool finde, ist deine Energie, deine Neugierde, deine Begeisterung für Themen.

Was ich sehr stark finde, ist, dass du selbst als Mentor anderen hilfst, besser zu werden. Das bringt mich direkt noch zu einem Abschlusssatz, vielleicht auch zu deinem letzten Statement, dass du ja hier auch Startups förderst, gerade in Deutschland. Das ist das, was dieser Standort braucht und nochmal tausend Dank würde Jens sagen.

Mal seine Worte, dass du heute hier warst, war super, wirklich toll. Dankeschön.

Anita

Ich will einfach nur echt sagen, ich glaube ich bin die offenste Person, schreibt mich an WhatsApp, Telefon, LinkedIn. Ich bin manchmal vielleicht ein bisschen langsam mit Schreiben zurückschreiben, wenn man irgendwie über Timezones und so verspreit ist, aber ich gebe immer ganz gerne irgendwelche Intros und helfe junge Leute, weil mir wurden so viele Steine in den Weg gelegt früher und ich werde das auf keinen Fall machen und jeder darf mich anschreiben für irgendwas. Ob du jetzt Patient bist oder eine Lösung brauchst für deine Endometriose, für deine Mutter oder für deine Startup-Begleitung, bin ich auf jeden Fall für alle gerne ein Ohr.

Jens

Ich hoffe, das habt ihr gehört und was ist das nächste Thema, was wir mit dir hier besprechen?

Anita

Quantum dann glaube ich, oder? Ja, ich glaube schon.

André

Da werde ich mich mal vorbilden müssen vorher. Ich habe es schon mal versucht.

Jens

Aber wir haben ja einen Mentor jetzt.

André

Ich brauche da noch Mentorship, genau.

Jens

Vielen, vielen Dank.

Anita

Danke euch.

André

Bis zum nächsten Mal.

Anita

Auch für euch.

André

Alle Informationen in den Shownotes, auch die Kontaktdaten zu Anita. Dann bis bald.

52:27Abschied mit Nova

Nova

Auch von mir vielen Dank, dass ihr dabei wart. Wir freuen uns auf eure Kommentare, Anregungen und Wünsche. abonniert uns gerne, bis zur nächsten Folge habt eine schicke Zeit

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